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Es ist Zeit für den revolutionären Antifaschismus

Beitrag der „R.A.A.L.“ in CEEIEH #68 / Juli 2000

Wir demonstrieren heute hier nicht nur gegen die faschistischen Strukturen in Grünau und anderswo, sondern auch für eine grenzenlose, gerechte und solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung! Jene Ausbeutung und Unterdrückung, welche allgegenwärtig in unserer Gesellschaft für jeden von uns Regeln macht. Regeln, die uns glauben machen sollen, dass wir es gut hätten, weil wir alles erwerben können und auch sonst jegliche Freiheiten genießen. Dass dem nicht so ist, sieht man daran, dass längst nicht jede und jeder die gleichen Ausgangspositionen hat, beispielsweise beim Zugang zu Bildung, bei der Wahl der Wohnverhältnisse oder beim Erwerb von Waren. Hierbei trifft es die am härtesten, die sowieso schon die schlechteste Ausgangssituation für ein Leben ohne Existenzangst haben – nämlich Menschen, die dem Bild von „Normalität“ nicht entsprechen wollen oder können.
Der Staat schert sich nicht um diese – wie er sie bezeichnen würde – „Randerscheinungen“. Stattdessen gibt er vor, sich um die Interessen seiner BürgerInnen zu kümmern, indem er ihnen eine reichhaltige Palette von Konsumgütern garantiert oder ihnen vorgaukelt, dass es nötig wäre, sie mit Videokameras zu überwachen und so zu schützen. Hier wird ausnahmsweise schon mal auf die Interessen von gesellschaftlichen Randgruppen eingegangen, jedoch nur um sie ebenfalls gewinnbringend auszubeuten. Den Nutzen daraus ziehen logischerweise Wirtschaft und Kapital.
All dies sind Indizien, welche eine sogenannte soziale Marktwirtschaft ausmachen. Dabei beschränkt sich die soziale Komponente darauf, nur dann noch gerade so einzugreifen, um ein „Verrecken“ abzuwenden und so den Zorn der Massen zu kontrollieren. Hinzu kommt, dass die Jugendlichen von heute ständig den Massenmedien ausgesetzt sind und so eine alternative Entwicklung kaum möglich ist. Ansichten und private Meinungen werden manipuliert und dienen somit der Legitimierung dieser Gesellschaft. Dies sind die Strategien, die verhindern sollen, dass wir über den Tellerrand schauen, um weltweit gesellschaftliche Verhältnisse zu vergleichen, zu kritisieren und die tatsächlichen Ursachen zu benennen. Soziale Missstände in den Ländern der sogenannten „3. Welt“ werden angeblich damit bekämpft, indem man ihnen das eigene kapitalistische System aufzwingt – ihnen Kredite gewährt, um Infrastruktur zu schaffen und so deren Ausbeutung voranzutreiben.
Globalisierung ist das heutige Schlagwort, mit dem der weltweite Eroberungszug des Kapitalismus verschleiert wird. Auch Deutschland als Mitgliedsstaat der EU ist bemüht, in Konkurrenz zu den USA, eine führende Rolle auf dem Weltmarkt einzunehmen. In diesem Sinne wird natürlich argumentiert, dass wachsende Wirtschaft auch wachsender Reichtum für die StaatsbürgerInnen bedeutet. Ein Trugschluss, dessen sich viele wohlwollend annehmen – wir nicht!
Uns allein obliegt das Recht, zu bestimmen, was wir annehmen und wie wir leben wollen! Der Weg zu einer grenzenlosen, gerechten und solidarischen Gesellschaft führt über die Kritik der vorhandenen kapitalistischen Wirklichkeit, die jeden von uns umgibt. Sagen wir uns los von Ausbeutung und Unterdrückung! Für ein selbstbestimmtes Leben in einer herrschaftslosen Gesellschaft!

Kapitalismus als Ende der Geschichte nicht akzeptieren!
Kapitalismus abschaffen!

R.A.A.L.

Quelle

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