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Auflösung der KÖLNER ANTIFA-K

AUFLÖSUNG DER ANTIFA-K/ Frühling 2004

Es ist amtlich. Die Kölner Antifa K hat sich nach gut sieben Jahren linksradikaler Politik in Köln und anderswo aufgelöst.
AUFLÖSUNG DER ANTIFA-K

Et kütt wie et kütt.

Auch wir wollen uns dem bundesweiten Trend nicht verschließen und lösen uns auf.

Gruppen haben ihre Zeit, Themen auch. Die Antifabewegung der 90er hat sich überlebt und ein ganzer Teil von ihr hat sich faktisch aufgelöst. Wenn das Konzept des „revolutionären Antifaschismus“ (Antifa ist der Kampf ums Ganze etc.) der 90er jemals richtig war, so kann es auf die derzeitige politische Lage schon längst keine Antworten mehr geben. Zudem haben sich bei vielen ehemalig Aktiven die Prioritäten verschoben. War früher (z.B. neben Studium und Freizeitaktivitäten) genug Raum, um sich politisch zu engagieren, stehen jetzt viele in den Anfängen ihres Berufslebens und wenden sich eher diesem zu.

Soweit eine relativ normale Entwicklung für eine in die Jahre gekommene politische Gruppe. Jedoch ist für uns auch zu hinterfragen, ob wir nicht die von uns in diversen Publikationen beklagte Vereinzelung\Individualisierung in den eigenen Strukturen reproduziert haben.

Wir haben – auch um der viel beklagten Inhaltslosigkeit der Antifa entgegenzuwirken – angefangen, uns mit Themen zu beschäftigen, die unserer Meinung nach zentral für linksradikale Arbeit sind. Also etwa die soziale Frage, Globalisierung und Privatisierung und die Möglichkeit einer radikalen Kapitalismuskritik.

Dabei stellt sich die Frage, wie es geschehen konnte, dass die inhaltliche Neuorientierung die schon vor 2-3 Jahren begann, nicht von allen Gruppenmitgliedern so mitgetragen wurde. Offenbar ist es nur unzureichend gelungen, diesen schwierigen Diskussionsprozess so zu gestalten, dass er für alle eine Perspektive innerhalb der Antifa K geboten hätte.

Das macht unzufrieden und wird auch noch weiter zu untersuchen sein. Jedenfalls führte diese Entwicklung zu einer weitgehenden Stagnation in unserer Arbeit. Dieser Zustand musste beendet werden, auch wenn das Ende der Antifa K vielen von uns weh tut.

Nichtsdestotrotz denken wir gemeinsam, dass die inhaltliche Neubestimmung nicht nur richtig, sondern auch alternativlos war (und ist). In Zeiten, da überall auf der Welt eine Art „Relaunch“ der sozialen Frage zu beobachten ist und neue Räume für linksradikale Politik sich sogar in Deutschland öffnen, dürfen wir nicht an der Seite stehen und krampfhaft an veralteten Politikkonzepten festhalten.

Im Gegenteil steht es weiterhin für viele an, am Auf- und Ausbau einer starken radikalen Linken mitzuarbeiten und in die Auseinandersetzungen z.B. um bedingungslose soziale Rechte oder die Wiederaneignung von Räumen (realen oder theoretischen) einzugreifen.

Mit etwas Wehmut aber auch viel Lust in diesen spannenden und weiten Feldern zu wirken, verbleibt ein letztes Mal eure Antifa K.

Antifa K im Frühling 2004
ANMERKUNG:
„Counterinformation“

Das wunderbare Büchertischprojekt „Counterinformation“ wird selbstverständlich weiterhin für euch da sein. War es auch ehemals als wandernder Werbträger gedacht, ist der Bedarf und die Resonanz derart gut, dass das Projekt weitergeführt wird. Es ist bis auf weiteres auch unter der bekannten Mailadresse zu erreichen.

Quelle

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