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[Tübingen] Neue Antifa-Gruppe gegründet

Erklärung der antifa [t] auf indymedia / 06.05.2007

Nach der Auflösung der bis zu diesem Zeitpunkt drei Jahre bestehenden alten Antifa-Gruppe im Januar hat sich inzwischen eine neue Struktur gebildet: Die „antifa [t]“. Im folgenden wird ihre Gründungserklärung dokumentiert.
Gründungserklärung der „antifa [t]“ vom 06.05.2007

Die antifa [t] kritisiert die bestehenden Verhältnisse fundamental. Weil wir nicht nur die Symptome, sondern die Basis der weltweiten Zustände angreifen und so grundlegende Veränderungen ermöglichen wollen, sind unsere Grundlagen die Kapitalismuskritik und ein Verständnis der Welt abseits des Nationengefüges oder anderen Zwangskollektive. Statt dessen ist ein selbstbestimmtes, zwangloses Leben möglich für alle.

Diese theoretische Kritik soll in die Praxis, also in Aufklärung und Aktion, umgesetzt werden. Wir sehen uns dabei nicht als elitäre Avantgarde, unsere Lösungsansätze nicht als Dogmen. Wir halten einen flexiblen und selbstbestimmten Meinungsbildungsprozess sowie antifaschistische Vernetzung und Kooperation für unabdingbar. Wir verstehen uns daher als Teil einer offensiven, emanzipatorischen Linken.

Wo das Fundament analysiert und angegriffen wird, darf das Bekämpfen der Symptome aber nicht ausbleiben. So müssen wir uns gegen nationalistische, rassistische und antisemitische Übergriffe nicht nur effektiv zur Wehr setzen, sondern organisierte Nazistrukturen müssen auch angegriffen werden. Wir betrachten Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus aber nicht als isoliertes Problem einer gesellschaftlichen Randgruppe, sondern als aus dem Fundament des Systems resultierende und deshalb auch in der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft vorhandene Wertestrukturen. Also muss Aufklärungsarbeit genau dort ansetzen. Dazu müssen die fließenden Übergänge vom offenen Rechtsextremismus in den politisch etablierten Konservatismus und von dort in die Mitte der Gesellschaft aufgezeigt und angeprangert werden.

Ein weiterer Teil antifaschistischer Praxis muss sich dem Staat widmen: Aus Nationaldenken resultieren hier staatlicher Rassismus in den Abschiebeknästen- und Lagern der Festung Europa, teils schleichende, teils stürmende Überwachung und Repression, sowie Militarisierung, Aufrüstung und Kriege. Konkret in Deutschland unterstützen wir den Kampf gegen Revanchismus, Relativismus und andere Formen der Geschichtsverzerrung.
Denn wer nicht aus der Geschichte lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
Auf ein gutes Gelingen! Hoch die antinationale Solidarität!

antifa [t]

Quelle

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